Thomas hier…

Licht am Ende?

Auf meiner Fahrt nach Österreich und wieder zurück bin ich durch viele Tunnels gefahren. Bei den längeren kommt ja zuweilen manchmal schon so ein beklemmendes Gefühl auf. Geht es Euch auch so?

Ich leide sicher nicht unter Platzangst, Aufzüge, MRT-Röhre, Höhlen, Bergwerksstollen… kenne ich alles, halte ich auch aus.

Mal sind die Röhren gut beleuchtet, mal schlecht mit fahlem Licht. Aber durch alle muss man durch, am Besten so schnell als möglich. Es wurden für den Auto- und Schienenverkehr so viele Löcher in die Berge gegraben, damit man schnell von A nach B kommt. Die Sicherheit in den Röhren wurde ständig verbessert, trotzdem schwingt bei mir immer dieses latente Gefühl des „ausgeliefert seins“, der Hilflosigkeit im Fall eines Unglücks mit. Schlechte Luft. Was passiert bei einem Unfall? Ein Brand? Man kennt die Horror-Szeanrien. Zurück geht sowieso nicht. Nur vorwärts und so schnell als möglich wieder raus.

Es gibt viele dieser Tunnel in unserem Leben. Man begibt sich auf einen Weg, der zu einem gewissen Zeitpunkt vielleicht auch gar kein links oder rechts mehr zulässt. Notausgang vielleicht, aber wir lassen dann alles zurück. Eigentlich geht es nur nach vorn, so schnell wie möglich wieder raus. Richtung Licht. Aber was erwartet uns da? Frische Luft, frisches Leben oder gehts nach ein paar Schritten in den nächsten Tunnel?

Immer den einfachen und schnellen Weg gehen, den Tunnel nehmen? Oder auch mal  den beschwerlichen Weg über den Berg nehmen? Zeit, ein Grund, den wir heute ja immer ganz gerne vorschieben. Bequemlichkeit, Komfortzone. Was fangen wir mit der Zeit an, die wir sparen, wenn wir uns auf den schnellen, bequemeren Weg begeben? Was verpassen wir?

Ich habe für die Rückfahrt von Österreich den steileren Weg, den längeren Weg über den Arlbergpass gewählt, 14 km Tunnel mit Gegenverkehr, nein, nicht mein Ding. Meine Navi hat das übrigens überhaupt nicht akzeptieren wollen. Sie hat lautstark protestiert und erst oben auf der Passhöhe eingesehen, dass es auch über den Berg zu schaffen ist.

Es hat sich gelohnt, sensationelle Ausblicke, frische Luft, nochmal Schnee, bevor ich dann in Richtung Bodensee, in Richtung Regen unterwegs war…

Es lohnt sich oft, den steileren Weg zu gehen…

Ein paar Fotos?

Schön, dass Du mich ein Stückchen hinauf auf den Berg mit Deiner Stimme begleitet hast ?? – im Grunde bist Du ja immer bei mir… Liebe Grüsse an Dich ?

 

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